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Seedance 2.0 Prompts schreiben: Der ultimative Guide

Von Natalie Hitschler · 16. April 2026 · 8 Min. Lesezeit

Seedance 2.0 Prompts schreiben: Der ultimative Guide

Seedance 2.0 erzeugt die aktuell konsistentesten KI-Animationsvideos, wenn du die Prompts richtig strukturierst. Der Schlüssel ist das JSON-Blueprint-Format, mit dem du Shots, Kamerabewegungen und Aktionen präzise steuerst. Hier ist die komplette Anleitung.

Im Gegensatz zu einfachen Text-Prompts (wie bei Kling AI) arbeitet Seedance 2.0 mit strukturierten JSON-Blueprints. Das klingt komplizierter, gibt dir aber viel mehr Kontrolle über das Ergebnis. Statt zu hoffen, dass die KI versteht was du meinst, definierst du exakt was in jedem Shot passieren soll.

Was ist ein Seedance 2.0 Blueprint?

Ein Blueprint ist ein JSON-Objekt das drei Hauptbereiche enthält: die Asset-Definitionen (welche Bilder als Referenz dienen), die Welt-Beschreibung (wie die Szene aussieht und was passiert), und die Shot-Liste (was in jedem einzelnen Moment des Videos geschieht).

Stell dir vor, du schreibst ein Drehbuch für einen kurzen Filmclip. Du definierst die Darsteller (Assets), das Setting (Welt), und jede einzelne Szene (Shots). Die KI setzt dann alles zusammen.

Die vier Blueprint-Typen

Seedance 2.0 bietet vier Blueprint-Typen, je nachdem was du erstellen willst:

Master Blueprint: Der Allrounder für cinematische, identitätssichere Videos. Funktioniert für die meisten Anwendungsfälle. Wenn du dir nicht sicher bist welchen Typ du brauchst, nimm diesen.

Universal Action: Für Szenen mit physischer Aktion: ein Held, eine Bedrohung, Bewegung und Dynamik. Zum Beispiel ein Hunde-Charakter der vor einer Zecke flieht.

Cinematic Dialogue: Für emotionale Szenen zwischen zwei Charakteren mit Dialog. Zum Beispiel: Bürste und Kamm diskutieren, wer wichtiger ist.

Commercial/Product: Für Produktpräsentationen mit Reveal, Materialdetail und Premium-Finish. Zum Beispiel ein Grooming-Tool das elegant beleuchtet rotiert.

Wie funktioniert die Shot-Struktur?

Die Videolänge bestimmt die Anzahl der Shots. Laut Rundum Viral sind diese Richtwerte optimal:

Ein 5-Sekunden-Video besteht aus 2 Shots: 1,5 Sekunden Hook und 3,5 Sekunden Payoff. Ein 10-Sekunden-Video aus 3 Shots: 2 Sekunden Hook, 4 Sekunden Eskalation, 4 Sekunden Payoff. Ein 15-Sekunden-Video aus 5 Shots: 2 Sekunden Hook, 3 Sekunden Build, 4 Sekunden Hero-Moment, 3 Sekunden Peak, 3 Sekunden Resolution.

Wichtig: Der Hook (erster Shot) ist immer kürzer als 3 Sekunden. Die Aufmerksamkeit wird in den ersten 1-2 Sekunden entschieden. Der Hero-Moment bekommt die meiste Zeit. Der letzte Shot maximal 3 Sekunden, kein Leerlauf am Ende.

Die Asset-Regeln

Assets sind die Referenzbilder die du vor dem Videogenerieren erstellst. Sie sagen Seedance wie deine Charaktere, die Umgebung und die Stimmung aussehen sollen.

Das wichtigste Asset ist immer @Image1: dein Hauptcharakter oder Hauptmotiv. Dieses Bild definiert das Seitenverhältnis und die visuelle Identität des gesamten Videos.

@Image2 ist für einen zweiten Charakter oder Gegenspieler. @Image3 für ein Objekt, Tier oder Requisit. @Image4 für die Umgebung. @Image5 für Stimmung und Beleuchtung.

Nicht jedes Asset muss verwendet werden. Gib nur die Assets an die für deine Szene relevant sind. Ein einfaches Portrait braucht vielleicht nur @Image1 und @Image5.

Ein konkretes Beispiel

Hier ist ein vereinfachtes Blueprint für ein 10-Sekunden-Video eines 3D-animierten Hundecharakters der neugierig in die Kamera schaut:

Der Typ ist "master_blueprint", die Dauer 10 Sekunden mit 3 Shots. @Image1 ist ein Bild eines Golden Retrievers im 3D-Animationsstil mit grossen glänzenden Augen. @Image4 ist ein warmer Hundesalon als Hintergrund. @Image5 definiert warme Amber-Beleuchtung.

Shot 1 (0-2 Sekunden): Weitwinkel, der Hund sitzt im Salon, langsamer Push-In. Ziel: Umgebung und Charakter etablieren.

Shot 2 (2-6 Sekunden): Medium Close-Up, der Hund neigt den Kopf zur Seite, blinzelt einmal, lächelt. Kamera trackt leicht seitlich. Ziel: Emotionale Verbindung aufbauen.

Shot 3 (6-10 Sekunden): Close-Up auf die Augen, der Hund schaut direkt in die Kamera mit warmem Ausdruck. Leichter Pull-Back am Ende. Ziel: Unvergessliches Schlussbild.

Die Audio-Beschreibung enthält keine Musik (die fügst du später im Schnitt hinzu), aber Sound-Cues: leises Salon-Ambiente, das Geräusch eines schwanzwedelnden Hundes.

Die häufigsten Fehler

Zu viel Action pro Shot: Jeder Shot sollte genau eine dominante Aktion haben und eine dominante Kamerabewegung. Wenn du versuchst, in einem 3-Sekunden-Shot drei verschiedene Dinge passieren zu lassen, wird das Ergebnis chaotisch.

Vage Beschreibungen: "Der Hund macht etwas Lustiges" funktioniert nicht. "Der Hund neigt den Kopf 15 Grad nach rechts, hebt eine Augenbraue und blinzelt einmal langsam" funktioniert.

Keine Identitäts-Anker: Wenn dein Charakter über alle Shots hinweg konsistent aussehen soll, musst du in der Welt-Beschreibung explizite Kontinuitäts-Regeln definieren: "protect face and wardrobe", "keep body proportions stable".

Text im Video: Seedance generiert manchmal unerwünschten Text wenn du ihn nicht explizit ausschliesst. Füge immer "no text, no letters, no numbers" in die Stilbeschreibung ein.

Kann ich die Prompts automatisch erstellen lassen?

Ja. Manuelle JSON-Blueprints zu schreiben ist zeitaufwändig und fehleranfällig. In Rundum Viral ist ein Prompt-Generator geplant, der aus einer einfachen Videoidee automatisch ein vollständiges Seedance 2.0 Blueprint erstellt. Du wählst die Video-KI, das Format (Hoch- oder Querformat), die Länge und den Stil, und der Generator macht den Rest.

Bis dahin kannst du die Blueprints mit Hilfe von Claude oder ChatGPT erstellen. Beschreibe deine Videoidee, gib die Shot-Struktur und die Asset-Informationen an, und lass die KI das JSON generieren. Prüfe das Ergebnis und passe es an.

Tipps für bessere Ergebnisse

Erstelle hochwertige Referenzbilder. Die Qualität deiner @Image Assets bestimmt die Qualität des Videos. Investiere Zeit in gute Bilder mit GPT-Image-1 oder Midjourney bevor du den Videoclip generierst.

Experimentiere mit Kamerabewegungen. Ein statischer Shot ist langweilig. Ein langsamer Push-In erzeugt Intimität. Ein Low-Angle-Shot erzeugt Macht. Ein Orbit-Shot erzeugt Dynamik.

Halte die Gesamtlänge kurz. 5-10 Sekunden sind für einzelne Clips ideal. Längere Clips (15 Sekunden) erfordern sehr präzise Shot-Planung. Für ein komplettes 30-Sekunden-Reel kombinierst du mehrere kurze Clips im Schnitt.

Zusammenfassung

Seedance 2.0 Prompts sind strukturierte JSON-Blueprints mit Assets, Welt-Beschreibung und Shot-Liste. Die vier Blueprint-Typen (Master, Action, Dialogue, Commercial) decken alle Anwendungsfälle ab. Pro Shot eine dominante Aktion und eine dominante Kamerabewegung. Hochwertige Referenzbilder sind der wichtigste Erfolgsfaktor.

Der Prompt-Generator in Rundum Viral wird das Schreiben dieser Blueprints bald automatisieren. Bis dahin hilft dir diese Anleitung, professionelle Seedance-Clips zu erstellen.

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Natalie Hitschler

Gründerin von RundumViral. Baut KI-Tools für Content Creator und teilt ihr Wissen über virale Reels und Social-Media-Strategien.

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